Die Legende der Leona Laey

Einst lebte auf einer Farm im Süden ein Paar, welches unübertroffen war in ihrer Loyalität und Liebe füreinander..

Calvin Laey heiratete einst seine geliebte, wunderschöne junge Frau Leona im Spätsommer. Die beiden hatten ein hartes, aber harmonisches Leben. Beide kümmerten sich fleißig um ihre Farm. Wenn man Leona suchte, fand man sie meistens inmitten ihrer wohlduftenden Orangenbäume. Sie saß dort auf einer Picknickdecke und laß in ihren Geschichtsbüchern. Leona Laey liebte Geschichten.

Leona Laey – Orangenfarm

Leona's Farm
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leona-laey.de story
Leona's Farm

Leona hatte immer ein Messer in ihrer Schürze, um die frischen, prallen Orangen zu jeder Zeit aufschneiden und kosten zu können. Der Duft der Orangen verlieh ihr immer wieder Energie. In der näheren Umgebung erzählte man sich sogar, dass Leona’s Orangensaft eine heilende, erfrischende Wirkung hatte.

Oft stand Calvin auf der Veranda des gemütlichen kleinen Farmhauses und lehnte sich gegen das Geländer, während er seine Frau dabei beobachtete, wie sie durch die Orangenplantage tanzte. Ab und zu gesellte er sich zu ihr, pfiff ein Lied und tanzte mit ihr oder erzählte ihr Geschichten, bis in die späten Abendstunden hinein.

Das Glück der Beiden wurde perfektioniert, als sie ihren gemeinsamen Sohn George-Rufus bekamen. So zogen einige Jahre ins Land und es mangelte der Familie an nichts.

Und dann kam der Bürgerkrieg…

Bürgerkrieg

Wie man heutzutage weiß, wurde der Bürgerkrieg mit äußerster Härte und Brutalität geführt.

Es war ein allumfassender Vernichtungskrieg, der sich gegen die Menschen, das Land und die Wirtschaft mit dem Ziel ihrer möglichst vollständigen Zerstörung richtete.

Viele Familien erlebten tragische Verluste, eine lange, blutdurchtränkte Spur zog sich quer durch das Land. Wohin man auch ging, überall hörte man das Wehklagen der Witwen, die nun alleine waren mit Haus, Hof, Kindern und Tieren.

Diejenigen, die überlebten, plagten nachts die Albträume und Bilder aus der Schlacht, welche in ihren Gedanken immer und immer wiederkehrten.

So manch einer widmete sich dem Whisky zu intensiv und verlor dadurch sowohl seinen Verstand, als auch seine Ehre und sein Hab und Gut.

Auch Calvin wurde befohlen, dem Land zu dienen und in den Krieg zu ziehen.

Calvin wollte seine Frau und seinen zu dem Zeitpunkt ca. 5 Jahre alten Sohn nicht ungeschützt zurücklassen. “Ich werde zu dir zurückkommen, my Dear” flüsterte er ihr zum Abschied. Und auch Leona schwor unter Tränen: “Ich werde auf dich warten, my Love”.

Nichtsdestotrotz musste die Familie Abschied voneinander nehmen.

Zu diesem Zeitpunkt wussten beide nicht, dass sie sich nie wieder sehen würden. Calvin wurde 6 Monate nachdem er eingezogen wurde im Krieg getötet. Leona hatte davon nie erfahren.

Der grausame Tod von Leona Laey

In einer Nacht, als der Vollmond gerade seinen höchsten Punkt erreicht hatte, hörte Leona ein Klirren und Poltern. Sie erschrak, griff nach dem Orangenmesser, welches immer auf ihrem Nachtschrank lag und schlich sich zur Schlafzimmertür. George-Rufus sollte sich auf Leona’s Geheiß hin unten am Sumpf ein sicheres Versteck suchen. Er kletterte durch das Fenster und rannte so schnell er konnte.

Währenddessen wurde mit einem lauten Krachen die Tür von einem großen, massiven Mann aufgetreten und was genau mit Leona geschah weiß nur der Kauz der in der großen Weide neben dem Farmhaus saß.

Man erzählt sich, dass Leonas Tod unausgesprochen brutal und grauenhaft gewesen sein soll. Ebenso ließen einige Stimmen verlauten, dass ihre Mörder Soldaten aus dem Norden waren.

Der Kleine versteckte sich jedoch nicht wie befohlen im Sumpf, sondern unter dem Steg am nahegelegenen Fluss und verharrte dort bis zum Morgengrauen.
Als die Sonne aufging, traute sich George-Rufus endlich zurück nach Hause, wo er auf dem Weg dahin eine Nonne traf, welche in einem Waisenhaus tätig war. Sie wollte eigentlich Leona’s köstliche Orangen kaufen. Aufgeregt hatte George-Rufus der Dame von den Geräuschen der letzten Nacht erzählt, woraufhin diese sich beeilte um das Grundstück der Laey’s zu betreten. Dort fand sie die zu dem Zeitpunkt ihres Todes 24-Jährige Leona übel zugerichtet an der alten Weide baumeln.

Um dem Kleinen diesen Anblick zu ersparen, nahm sie sich ihm an und erzählte ihm eine Geschichte, während sie ihn unauffällig in die andere Richtung trieb. So wuchs George-Rufus behutsam in Obhut der Nonne auf, den Fragen nach seiner Mutter wich sie viele Jahre aus. Erst im Alter von 13 Jahren erzählte sie ihm an ihrem Sterbebett von dem tragischen Ende seiner Mutter. George-Rufus schwor sich, er würde die Farm seiner Eltern auf ewig in Ehren halten.

Wanderer, die sich heutzutage in der Nähe der Ranch aufhielten, ließen abends im Saloon das ein oder andere Mal verlauten, dass ein Geist auf der Ranch sein Unwesen treibt.

Mutige Geschichtenerzähler allerdings, welche sich die Zeit nehmen, dem Geist der Leona Laey eine sagenumwobene Geschichte zu bringen, wurden so manches Mal auch von ihr belohnt.